Achterbahnfahrt im Sportbetrieb

Achterbahnfahrt im Sportbetrieb

Der Geschäftsführer des Turnverein Bunde e.V., Reinhard Borchers gibt einen Bericht zur Situation des Vereins im Corona Jahr:

Bis zum März 2020 waren die folgenden Gruppen voll im Trainings- und Spielmodus:

  • 38 Gruppen in der Turnabteilung, davon
  • 18 im Kinder-/Jugendbereich von Eltern/Kind-Turnen über Gerätturnen, Einrad, Akeitu, Akeitu-Mini, Einrad Mini, Basketball, Prellball, Badminton, Völkerball, Tanzen, Karate, Trampolin, Airtrack, Kindertanzgruppen
  • 11 Gruppen im Erwachsenenbereich von Badminton über Allroundgymnastik, 50 Plus, Sport mit Spaß, Mach mit bleib fit, Body fit and Dance, Video Clip Dance, Fit for Fun, Prellball, Kraft-Fitness-Workout
  • Zumba Fitness und Zumba Gold Kurse
  • Yoga Kurse
  • Sport in der Prävention (Rehabilitationssportgruppen, Funktionssportgruppen)
  • 3 Herrenmannschaften, 3 Seniorenteams, 11 Juniorenmannschaften im Fußballbereich, dazu noch die Fußballschule
  • 3 Tischtennis – Herrenmannschaften, 1 Jugend- und 2 Schülermannschaften
  • 1 Tennis – Herren und 1 Herren 40 sowie 1 Damenmannschaft
  • die Laufgemeinschaft Bunde mit ihren zahlreichen Läuferinnen und Läufern sowie den Laufanfängern „Von 0 auf Hundert zum Ossiloop“
  • die Schwimmabteilung mit ihren Gruppen Aqua Fitness, Wassergewöhnung, Seepferdchen, den Schwimmgruppen I und II sowie den Jugend- und Seniorengruppen
  • die Ballspielgruppe, die Jugendmannschaften und die Damenmannschaft im Handball

Zudem waren wir inmitten der Vorbereitungen des sportlichen Programms und der Feierlichkeiten rund um des 111. Vereinsjubiläums. Dann kam es zum Lockdown. Sämtlicher Vereinssport musste verboten werden, Turnhallen und Sportplätze wurden geschlossen und Meisterschaften wurden nach kurzen Überlegungen abgebrochen. Abteilungs- und Vereinsjahreshauptversammlung sowie das Vereinsjubiläum mussten abgesagt werden. Vorstandsbesprechungen wurden nur noch telefonisch geführt.

Nach den ersten Lockerungen im Mai erarbeiteten sämtliche Sportverbände Konzepte in Anlehnung an die Vorgaben der Niedersächsischen Landesregierung und informierten ihre Vereine rege.

Von der Öffnung für den Outdoor-Sport profitierten zunächst die Tennisspieler, die unter strengen Auflagen (Beschilderung der Anlagen mit den geltenden Auflagen, Einhaltung von Hygienevorschriften und Abstandsregelungen, keine Doppel und keine Doppelbelegungen, keine Umkleide und kein Duschen, Bestimmung eines Corona-Beauftragten und Führen von Teilnehmerverzeichnissen) wieder mit dem Sport begannen.

Als nächstes durften die Fußballer unter besonderen Auflagen in kleinen Grüppchen wieder anfangen zu trainieren, zunächst allerdings ohne Körperkontakt und ohne Trainingsspiele. Dazu wurden die Sportplätze entsprechend beschildert. Zuschauer durften nicht teilnehmen, Umkleideräume und Duschen blieben geschlossen.

Nach und nach fingen auch alle Fußball-Jugendmannschaften wieder an zu trainieren. Dabei wurde die Trainingsteilnahme natürlich Spielern und Eltern absolut freigelassen.

Umfangreiche Maßnahmen wurden mit der Freigabe durch Durchführung von Fußballspielen erforderlich. Die Sportplätze mussten entsprechend hergerichtet werden. Die Sitzplätze der Tribüne wurden markiert, Sitzbänke wurden gebaut und aufgestellt, Zuschauer-Bereiche trassiert und Zuschauer werden registriert. So können zumindest bis zu 350 Zuschauer unter Einhaltung von Abstandsregeln teilnehmen.

Dann war es der Landkreis Leer, der ein absolutes Novum aufhob und nach weiteren Corona – Lockerungen und Öffnung der Turnhallen einen Trainingsbetrieb während der Sommerferien erlaubte. Eine sehr gute Entscheidung für den Sport, so der TV Vorsitzende  Wilhelm Timmer. Die Vorbereitung der Tischtennisspieler auf die kommende Saison wurde so möglich, allerdings auch geprägt von vielen Auflagen. Reinigungsmaterial und Desinfektionsmittel wurden organisiert, mehr Sitzplätze zur Einhaltung der Mindestabstände wurden bereitgestellt. Zur größten Veränderung wurde die Anpassung des Spielsystems. Für die Hinrunde gilt der Verzicht auf die Doppel und die Einzel werden auch über den Siegpunkt hinaus alle ausgetragen. Das Spielsystem kann sich bei Änderungen der Pandemielage auch während der Saison noch wieder ändern.

Übrigens: Tischtennis gilt als kontaktlose Sportart und kann trotz der aktuellen Auflagen durchaus für manchen eine Alternative darstellen, wenn andere Sportarten gerade nicht stattfinden können.

Ganz anders ist es im Handball. Die Mannschaften haben den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Streng sind hier die Auflagen bei Spielen. Die Mannschaften müssen getrennt voneinander mit Mundschutz die Spielfläche betreten, auf den Seitenwechsel kann verzichtet werden und es gibt kein Zusammenkommen der Mannschaften nach dem Spiel.

Die Akeitu´s (Akrobatik/Einradfahren/Turnen) fuhren zweigleisig:

  1. Als die Hallen geschlossen waren wurde eine Art Home-AKEITUing durchgeführt. Alle Mitglieder der Gruppe hatten zu Hause ein Buch (Power – Fitness für zu Hause) aus dem jeden Sonntag per Sprachnachricht Übungen für die Woche genannt wurden, die in bestimmter Anzahl täglich durchgeführt werden sollten. Weiterhin gab es Videos für Einrad Tricks und Turnaufgaben, so dass jedes Gruppenmitglied sportlich Aufgaben hatte.
  2. Bei Öffnung der Hallen wurde sofort ein schlüssiges, der Situation angepasstes Hygienekonzept ausgearbeitet und nach dessen Genehmigung mit dem Training begonnen. Das war noch vor den Sommerferien. Aufgrund der Abstandregeln ist normales Training nicht möglich. Akrobatik mit Abstand geht nun mal nicht. So konzentriert man sich auf Fitness, Einradfahren und Turnen.
    Die AKEITUs planen für das kommende Jahr ihre alte Choreo noch einmal zu verfeinern und bereiten für 2022 eine neue Choreo vor.

Migertjes:
Die Migertjes trainieren nun auch freitags wieder. Bei ihnen ist die Trainingsbeteiligung noch nicht so hoch. Es wird sich hoffentlich wieder einlaufen. Für sie ist eine neue Choreo für die nächste Sportshow (06/11/2021) vorgesehen.

Einrad Gruppe:
Die Donnerstaggruppe trainiert erst nach den Herbstferien wieder. Wir bemühen uns da um ein neues Konzept, da eine Übungsleiterin wegfällt und eine mit der Betreuung der Gruppe überfordert ist.

Sportshow:
Die nächste Sportshow ist für den 6. November 2021 geplant.

Inzwischen sind auch fast alle Turngruppen wieder im Training und der sportliche Eifer ist ungebrochen. Selbst die Kindertanzgruppen (Dancing Stars, Hiphüpfer, Tanzsternchen) sind mit viel Eifer bei der Sache, auch wenn die Eltern während der Tanzstunde draußen bleiben müssen.Kindertanzen

Auch bei den älteren Sportlerinnen und Sportlern ist die Teilnahme an den bestimmten Sportarten ungebrochen, wobei hier natürlich besondere Obacht zur Einhaltung der Corona-Regeln geboten ist. Aber diese Teilnehmer haben auch besonderes Verständnis und verhalten sich vorsichtig.Allroundgymnastik 50+

Auch finanziell erfuhr der Verein eine Durststrecke. Es sind die fehlenden Einnahmen aus den Punktspielen der letzten Saison der Fußball-Herrenmannschaften, die hier ordentlich zu Buche schlagen. Dabei sind die Ausgaben für die Platzpflege, die Abgaben an die einzelnen Fachverbände, Versicherungskosten und die laufenden Kosten fürs Vereinsheim geblieben.

Circa 140 ehrenamtliche Trainer/Betreuer/Helfer halten derzeit den Sportbetrieb beim Turnverein Bunde e.V. auch unter den erschwerten Bedingungen aufrecht und beim Corona-Beauftragten, Reinhard Borchers, kommen täglich neue Teilnehmerlisten an. Die Motivation an das gesellschaftliche Engagement ist geblieben. Der Turnverein Bunde e.V. ist wieder voll im Sportmodus, auch wenn derzeit alles etwas anders läuft.

Vermehrt Vereinsaustritte gab es zum Glück nicht, jedoch hielten sich die Vereinseintritte natürlich in Grenzen.

Wir freuen uns riesig, so Borchers und Timmer, dass fast alle Gruppen wieder aktiv sind. Sehr stolz sind wir auf unsere Mitglieder, die uns in der sportlosen Zeit die Treue gehalten haben. Große Achtung haben wir für die Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die auch unter erschwerten Bedingungen ihre Gruppen in Schwung halten. Herzlichen Dank dafür.

Die Achterbahnfahrt im Sportbetrieb geht aufgrund der unsicheren Lage weiter. Nur bei der Achterbahn weiß man vorher, ob es rauf oder runter geht.

Veröffentlicht in Aktuelles

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